Homestay-Weekend – 17/03/2019

IMG_190317-13Neues Wochenende, neue Erlebnisse! Am Freitag sind wir mit dem Bus in ein Homestay nordwestlich von Kuala Lumpur gefahren. Dieser Trip wurde von der Faculty of Economics and Management für alle neuen Internationals organisiert.

Nach etwa drei Stunden Busfahrt kamen wir an unserer Unterkunft für das Wochenende an. Ein Homestay ist ein Art Community von mehreren Familien, die ihre Häuser für Gäste öffnen. Sozusagen Center Parcs mit Familien. Nachdem wir in Gruppen aufgeteilt wurden, haben uns die Familien abgeholt und uns in ihr Haus gebracht. Ich war in einer Gruppe mit einem Malaysier und sechs weiteren Chinesen. Zunächst war ich etwas skeptisch, ob alles klappen wird, da das Englisch der Chinesen nicht das allerbeste ist und die sich die ganze Zeit in ihrer eigenen Sprache unterhalten haben. Aber man kann sich ja irgendwie mit Händen und Füßen verständigen. Zusammen mit der Gastfamilie haben wir zu Abend gegessen. Es gab Würstchen, Reis und verschiedenes Gemüse.

Danach haben wir uns alle wieder am Community Center getroffen. Es ging mit dem Bus in einen Glühwürmchen-Park. Mit kleinen Ruderbooten sind wir am Ufer vorbei gepaddelt, um die leuchtenden Insekten zu beobachten. Leider erkennt man auf den Fotos nur grob, dass es sich um Glühwürmchen handelt. Aber die Büsche leuchteten etwa so, als wäre eine LED-Lichterkette angebracht worden.

Am Samstag hatten wir ein volles Programm:

Nach einem leckeren Frühstück mit Reis und Sandwiches ging es mit dem Planwagen auf eine Landwirtschaftstour. Erster Stop war ein kleiner Maisbauer, wo wir ein Maisfeld besichtigt haben (das war vor allem für die Chinesen eine neue Erfahrung). Im Anschluss daran konnten wir einige Gerichte aus Mais probieren. Unter anderem gegarten Maiskolben, Maisbrei in Maisblättern, Mais in Blätterteig und Maiswasser, was für meinen Geschmack viel zu süß war. Aber wie bereits berichtet, haben die Malaien ja eine Schwäche für süße Getränke.

Anschließend ging es in ein Reismuseum, wo wir Infos über den Reisanbau bekommen haben. Ein interessanter Prozess vom Säen bis hin zur Ernte.

Achja, der Planwagen war für uns alle viel zu klein, deswegen wurde kurzerhand die Ladefläche eines kleinen LKW mit Stühlen bestückt. Keine Sorge, alle sind sicher ans Ziel gekommen.

Am Samstagnachmittag standen einige Gruppenspiele auf dem Programm, wie Luftballontanzen oder Wassertransportieren. Krönender Abschluss der Gruppenspiele war Fischfangen im Schlamm mit abschließendem Tauziehen. Eine richtige Sauerei, die irgendwie doch Spaß gemacht hat.

Nach einer ausgiebigen Säuberungsaktion von Kleidung und Körper gab es zur Abwechslung mal wieder Reis zum Abendessen. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele verschiedene Reisgerichte es gibt, jedes einzelne schmeckt anders.

Am Abend trafen wir uns noch einmal mit einigen Gastfamilien am Community Center und haben gemeinsam gesungen und getrommelt.

Müde ins Bett gefallen, war die Nacht wieder viel zu schnell rum.

Am nächsten Morgen begann nach dem Frühstück die Abschlusszeremonie mit einigen Reden. Jeder Teilnehmer erhielt eine Urkunde, dass er an diesem Wochenende teilgenommen hat. Anschließend gab es noch Mittagessen, natürlich mit Reis und Chicken. Leider waren keine Löffel und Gabeln mehr vorhanden. Deshalb musste ich dann mehr oder weniger meine rechte Hand nehmen. Dies hatte ich bisher immer versucht zu vermeiden. So schlimm war es dann aber doch nicht, auch wenn ich danach aussah, als hätte ich einfach mein Gesicht in den Reis gesteckt. Merke: Wenn zu viel Soße auf dem Reis ist, haftet dieser nicht mehr aneinander und erschwert die Aufnahme mit der Hand.

Zum Schluss wurden noch einige Erinnerungsfotos mit den Gastfamilien geschossen. Wir großen Europäer fungierten dabei ein wenig als Fotomodel, denn gefühlt jede Familie wollte ein Foto mit uns machen.

Wieder zu Hause angekommen, wartete schon der Schreibtisch, da noch zwei Tests in der kommenden Woche anstehen.

Was nehme ich von diesem Wochenende mit? Drei Dinge:

  1. Nasi. Das malaysische Wort für Reis. Man könnte es für Vielfalt nehmen. Ich hätte nie gedacht, dass es so viele verschiedene Gerichte mit Reis gibt. Zu jeder Tageszeit wird hier Reis gegessen. Morgens, mittags, abends. Gebraten, frittiert, gekocht. Mit Hähnchen, Rindfleisch, Ei oder einfach nur Soße. Selbst als kleiner Snack in ein Kokospalmenblatt gewickelt und mit einer Kokoscreme gefüllt, kommt Reis als das Grundnahrungsmittel der Malaien daher. Ich glaube, dass ich in den letzten sechs Wochen mehr Reis als in einem ganzen Jahr in Deutschland gegessen habe.
  2. Die Kultur. Es war spannend, einen genaueren Blick in das Leben einer malaysischen Familie zu werfen. Obwohl der Tagesablauf stark durch die Religion geprägt ist, sind die Menschen gegenüber anderem sehr aufgeschlossen. So haben wir beim Essen viele Gespräche über die unterschiedlichen Lebensweisen in Malaysia, China und Europa geführt. Eine gute Erfahrung, die kein interkulturelles Training ersetzen kann. So etwas muss man selber erleben. Keiner ist einem böse, wenn man mal in ein Fettnäpfchen tritt. Das ist eher ein Grund zum Lachen und führt dazu, ein wenig über seine eigene Kultur zu berichten. Wie bereits berichtet, wünsche ich mir diese Offenheit der einzelnen Kulturen auch in Deutschland. Das macht das Zusammenleben wesentlich interessanter, etwas über den jeweils anderen zu erfahren und zu wissen, wie derjenige über etwas denkt.
  3. Zu guter Letzt: Die malaysische Gastfreundschaft. In unseren Gastfamilien sind wir so behandelt worden, als wären wir die eigenen Kinder. Diese Herzlichkeit von wildfremden Menschen zu erfahren ist schon jetzt eine Erfahrung, die mein Auslandssemester positiv geprägt hat und ich definitiv in bester Erinnerung behalten werde.

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